• Die Unternehmensgründung

    In einer kargen Holzhütte in Berlin-Pankow begann am 11. April 1938 die Erfolgsgeschichte des Unternehmens Seeger.

    Hier richtete sich Kurt Seeger als Orthopädiemechanik-Meister eine kleine Werkstatt auf dem Hinterhof mit zugehörigem Ladengeschäft für Orthopädie und Bandagen ein.

    Da es noch keine vorgefertigten Teile gab, war jedes Hilfsmittel ein aufwändig geschmiedetes, gefrästes oder genähtes Unikat. Mit viel Engagement, Zuverlässigkeit und handwerklichem Können schuf Kurt Seeger gemeinsam mit seiner Frau Margarete Seeger und einem Orthopädiemechaniker die Grundlage für den Erfolg. Die Berliner Straße 101 wandelte sich zur gefragten Adresse für orthopädische Versorgung nach Maß.

    Prothesen
  • Seeger im Zweiten Weltkrieg

    Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde Kurt Seeger als Kraftfahrer eingezogen. Jedoch gab es einen Grund, ihn bereits nach 8 Wochen wieder in seine Werkstatt abzukommandieren: Die ersten beinamputierten Kriegsversehrten benötigten dringend Holzprothesen. Holz war jedoch in diesen Zeiten ein knapper Rohstoff: Jedes Stück musste einzeln beschafft werden, bevor daraus eine Prothese entstehen konnte.

    Bis spät abends brannte in der Werkstatt Licht, damit die Mitarbeiter Prothesen, Korsetts und Bandagen für die Leidtragenden des Krieges fertigen konnten. Die Zahl der Versehrten stieg immer weiter an, wie für die Seegers ganz unmittelbar zu erfahren war. Trotz des Verbots der Versorgung von Juden, führte Kurt Seeger sie heimlich auf den Hinterhof und ermöglichte ihnen so eine Versorgung, obwohl ihn dieses Handeln selber in Gefahr brachte.

  • Zwischen Trümmern und Teilung

    Bei Kriegsende lag Berlin in großen Teilen in Schutt und Asche. Auch Seeger benötigte neue Räumlichkeiten: 1946 zog das Familienunternehmen in die Brennerstraße 92. Dem Ostberliner Heimatbezirk Pankow treugeblieben, begannen die Seegers nebst Tochter Gudrun Peste als Bandagistin den Neuaufbau.

    Zunächst mit einem Ladengeschäft für Krankenpflege-Artikel und einer Näherei mit insgesamt 6 Facharbeitern. Die vom Krieg zerstörte Infrastruktur erschwerte das Arbeiten jedoch erheblich. Erst nach und nach verbesserten sich die Rahmenbedingungen.

    Doch mit dem Bau der Mauer stand bereits die nächste Herausforderung vor der Tür.

    Prothesen
  • Seeger unter dem Diktat einer Diktatur

    Mit Gründung der DDR wurde dem privaten Handwerk durch viele Einschränkungen ein enger Handlungsspielraum gesetzt.

    Überschritt das Sanitätshaus Seeger die festgesetzte Zahl von 300 Rezepten pro Monat, musste das Unternehmen eine Strafabgabe entrichten – getarnt als Sondersteuer. Waren und Materialien wurden durch die Genossenschaft zugeteilt, allerdings weder hinsichtlich Qualität noch Menge in ausreichender Form. Organisationstalent und Kreativität waren gefragt, um die Patienten so gut wie möglich zu versorgen.

    Immer wieder wurde Herrn Seeger unmissverständlich nahegelegt, sich bei dem staatlichen Betrieb OTB einzugliedern. Trotz aller Schwierigkeiten und Einschränkungen als privater Unternehmer in der DDR blieb sich Kurt Seeger immer treu. Zusammen mit seinen 7 Mitarbeitern und seinem Schwiegersohn Franz Peste – mehr Angestellte durfte ein Privatunternehmen in der DDR nicht beschäftigen – etablierte Kurt Seeger den Ruf des Sanitätshauses Seeger in Ostberlin.

    Qualität, Zuverlässigkeit und handwerkliches Können entwickelten sich immer mehr zum Markenzeichen von Seeger und sollten den Fortbestand des Unternehmens sichern.

  • Die nächste Generation reift heran

    André Peste wurde 1962 geboren. An der Seite seiner Eltern lernte er die Arbeitsvorgänge des Familienunternehmens mit seinen alltäglichen Herausforderungen kennen. 1987 legte André Peste vor der Handwerkskammer Berlin seine Prüfung als Orthopädiemechaniker-Meister ab. Der Grundstein für eine erfolgreiche Karriere war gelegt.

  • Der Mauerfall und eine wichtige Entscheidung

    Am 9. November 1989 fällt die Berliner Mauer. Einmal mehr schien für das kleine Familienunternehmen nichts mehr so zu sein, wie es war. In dieser Zeit des Wandels beschäftigte Kurt Seeger sich damit, seinen Betrieb auf die neue Zeit umzustellen.

    Zeitgleich war André Peste als Entwicklungshelfer in Hanoi/Vietnam im Einsatz. Der dortige Krieg erforderte Aufbauhilfe. Anschließend befand er sich als Mitarbeiter der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit auf dem Weg nach Pakistan. Dort sollte André Peste als Ausbildungshelfer für Orthopädietechnik zum Einsatz kommen. Kurt Seeger bot seinem Enkelsohn jedoch kurzfristig die Übernahme der Firma an.

  • Der Führungswechsel

    André Peste tritt in die Fußstapfen des Gründers und erkennt die Chancen, die sich in diesen Zeiten des Umbruchs für Unternehmen ergaben. Aus strategischer Sicht war ihm schon damals klar, dass das kleine Sanitätshaus um die Ecke langfristig ein Auslaufmodell werden würde.

    Mit konsequenter Kundenorientierung, Zertifizierungen, einem striktem Qualitätsmanagement und seiner Vision von einem modernen Sanitätshaus wurde Seeger unter der neuen Führung zum Pionier der Branche. Das Sanitätshaus Seeger wuchs in den kommenden Jahren kontinuierlich. In immer mehr Stadtteilen in Berlin und Brandenburg entstehen neue Seeger-Filialen.

  • 70 Jahre Seeger hilft

    Am 11. April 2008 wurde das Sanitätshaus Seeger 70 Jahre alt. Noch im gleichen Monat eröffnete in Steglitz die 29. Fachfiliale. Zu diesem Zeitpunkt arbeiteten 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Filialen, im Außendienst, in den Werkstätten und in der Verwaltung. Aus der Hinterhofwerkstatt von einst wurde eines der größten Dienstleistungsunternehmen der versorgenden Gesundheitsbranche in Berlin und Brandenburg.

    Zu verdanken ist diese Erfolgsgeschichte nicht allein einem tüchtigen Kurt Seeger und seinem visionären Enkel André Peste. Es ist der Verdienst vieler Menschen, die seit drei Generationen den Werten von einst treu geblieben sind: Engagement, Zuverlässigkeit, Innovationskraft und handwerkliches Können.

  • Eine neue Markenfamilie entsteht

    Um den komplexer werdenden Strukturen des expandierenden Unternehmens mit seinem diversifizierten Leistungsspektrum gerecht zu werden, trifft die Geschäftsführung eine wichtige strategische Entscheidung: Die Entstehung einer neuen Markenfamilie.

    „Seeger hilft“ wird künftig als Name für die Sanitätshaus-Sparte eingesetzt. „Seeger med“ ist der Name einer neuen Eigenmarke für verordnungsfähige medizinische Hilfsmittel. Unter „Seeger aktiv“ werden gesundheitsunterstützende Markenprodukte im Freiverkauf angeboten. Mit dem Online-Shop „Seeger24“ ist ein auf Reha- und Medizintechnik spezialisierter Vertriebskanal entstanden. Und mit dem etablierten Unternehmen „Prüfrock“ übernimmt Seeger einen spezialisierten Anbieter für die Versorgung von Kindern und Jugendlichen. Als Dach dieser neuen Markenfamilie präsentiert sich Seeger als innovatives, erfahrenes und partnerschaftlich vernetztes Unternehmen, das mit über 30 Filialen Marktführer der Region geworden ist.

    Um den eigenen Qualitäts- und Führungsanspruch zu unterstreichen, wurde das gesamte Erscheinungsbild erneuert. Fortan trägt das Unternehmen mit seiner Markenfamilie ein neues Gesicht, das mit Entschlossenheit in die Zukunft blickt.

    Markenfamilie