Hand- und Armprothetik

Wir sind für alle Prothesensysteme zertifiziert. Das ist die Grundlage für die hohe Versorgungsqualität und Sicherheit, die unsere Patienten erwarten.

Unser Hand- und Armprothesenzentrum Berlin & Brandenburg

Der Bereich Arm- und Handprothetik ist bei Seeger seit vielen Jahrzehnten ein wichtiger und intensiv weiterentwickelter Versorgungszweig. Handprothesen und Armprothesen spielen dank technischer Innovationen auch im Alltag unserer Patienten eine immer größer werdende Rolle. Unsere erfahrenen Orthopädietechniker und Meister arbeiten seit Jahren nach den Maßgaben der Qualitätssicherung in der Armprothetik (VQSA e.V.) und sind für alle Prothesensysteme zertifiziert. Dieses einheitliche Verfahren sichert eine hohe Versorgungsqualität und Sicherheit für Patienten und Kostenträger. Als unabhängiges Unternehmen in der Orthopädie-Technik bieten wir alle gängigen Prothesensysteme von namhaften Herstellern an, darunter zum Beispiel Ottobock®, Össur® oder Vincent systems®. Wir setzen für bestmögliche Ergebnisse auf eine Kombination aus enger Zusammenarbeit mit der Industrie, der stetigen Fortbildung unserer Teammitglieder und einer eigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilung. So können wir stets individuelle Lösungen nach aktuellen, technologischen Standards anbieten.

 

Die Art der Prothese, die ein Patient benötigt, wird in einem interdisziplinären Beratungsgespräch ermittelt. Neben Handprothesen und Armprothesen spielen inzwischen auch individuelle Kinderprothesen eine wichtige Rolle. Gerade für den Umgang mit modernen Prothesen ist jedoch eine intensive Beschulung notwendig, um dem Träger Sicherheit im Umgang mit seinem Hilfsmittel zu vermitteln. Hierfür steht den Betroffenen unser Team aus Ergo- und Physiotherapeuten ebenso zur Verfügung wie die Zusammenarbeit mit erfahrenen Ärzten, die unsere Patienten im Rahmen einer Prothesensprechstunde im Vivantes Klinikum Berlin-Spandau beraten und unterstützen. Geleitet wird das Armprothesentraining durch erfahrene OrthopädietechnikerInnen, die während eines Trainings die Einstellungen an der Prothese anpassen und optimieren können.

Unterschieden wird in Habitus-, Eigenkraft- und Fremdkraftprothesen, vereinzelt auch in kombinierter Ausführung. Um nachhaltige Therapieerfolge zu sichern und eine hohe Akzeptanz bei den Patienten zu gewährleisten, setzen wir auf Aspekte wie die Verarbeitung von Silikon für Prothesenschäfte und Prothesenkosmetik, die Verwendung von mikro- und myoelektrischen Bauteilen sowie eine umfassende, ergotherapeutische Betreuung.

Zu unserem Fertigungsprogramm gehören:

  • Fingerprothesen
  • Teilhandprothesen
  • Unterarmprothesen
  • Oberarmprothesen und Ellenbogenexartikulationen
  • Schulterprothesen
  • TMR (Targeted Muscle Reinnervation)
  • Kinderversorgungen mit speziellen Kinderprothesen
  • eine umfassende Dysmelie Versorgung

In den verschiedenen Ausführungen:

Habitus/Schmuckprothesen, Eigenkraftprothesen und Myoelektrische Prothesen.

Össur i-Limb Prothese

Mögliche Armprothesen Ursachen

Fehlbildungen/Dysmelien

Viele Eltern Fragen sich: Was kann ich für mein Kind tun, wenn sich der Arm nicht vollständig entwickelt hat? Auch nur teilweise entwickelte Hände können mittels einer Armprothese oder Handprothese versorgt werden.

Kinder können bereits im sehr frühen  Lebensalter – ab einem Jahr – mit einer Handprothese unterstützt werden. Die meisten Kinder haben in diesem Alter bereits erste Körpererfahrungen gesammelt und den Tastsinn ausgebildet. Nun beginnt für Kinder die Zeit, in der sie bereits frei sitzen können und langsam krabbelnd versuchen, die Welt zu entdecken. Diese Erstversorgung mit Kinderprothesen dient als Gegenhalt und Gleichgewichtsunterstützung, sodass dem Erkunden nichts mehr im Weg steht.

Ab dem zweiten Lebensjahr kann mit einer Habitus oder mit individuell angefertigten Alltagshilfen zusätzliche Unterstützung geboten werden. Neben Kinderprothesen können auch Esshilfen und Lenkadaptionen umgesetzt werden, um das Leben der Kinder zu erleichtern. Auf diese Weise lassen sich zudem Kompensationsbewegungen vermeiden, welche häufig Fehlhaltungen zur Folge haben. Individuell angefertigte Kinderprothesen helfen also auch vorbeugend.

Ab dem vierten Lebensjahr kann das Kind an eine myoelektrische Armprothese herangeführt werden. Hierbei geht es vor allem darum, die Muskelsignale des Körpers zu trainieren. Myoelektrische Armprothesen werden bei Kindern auf spielerische Weise in den Alltag eingebunden. Diese Form der Prothese ist durch ihre Passteile jedoch etwas schwerer als die bisher gewohnten Versorgungen, sodass dieser Prozess einige Zeit in Anspruch nimmt. Wichtig ist daher, dem Kind immer wieder die Hilfestellung der Kinderprothese anzubieten, allerdings nicht aufzuzwingen. Andernfalls kann es zu einer generellen Ablehnung der Prothesenversorgung kommen. Um die Bereitschaft und Prothesenakzeptanz zu erhöhen, sollte man immer die individuellen Fragen und Wünsche des Kindes berücksichtigen, zum Beispiel im Hinblick auf die farbliche Gestaltung der Kinderprothese.

Die Testprothese ebnet den Weg zur Definitiv-Versorgung

Nach einer ausführlichen Beratung und individuellen Anamnese, beginnen wir mit der Vorkompression für eine bessere Wundheilung. Die Vorkompression kann mit einem Kompressionsstrumpf oder einem Silikonliner erfolgen, welcher individuell für Sie maßgenommen wird. Nun werden einige Termine vereinbart, um mit Ihnen die Anforderungen und Voraussetzungen zu klären und zu ermitteln. Dies erfolgt durch ein ständiges Muskeltraining, bei dem die Muskelpartien trainiert werden, welche Sie zur Ansteuerung einer möglichen myoelektrischen Prothese benötigen. Ist die Vorkompression und Konzeptbesprechung abgeschlossen beginnen wir mit der Maßnahme für einen Testschaft und dem Aufbau der Prothese. Die Testprothese werden Sie in der Regel 4 – 8 Wochen Probetragen. In diesem Zeitraum werden verschiedene Handkomponenten/Handsysteme getestet, in Begleitung von einem regelmäßigen Prothesentraining. Alle Fortschritte werden video- und fotodokumentarisch aufgezeichnet und werden dem Kostenträger vorgelegt. Das Prothesensystem, welches für die Definitiv-Versorgung in Frage kommt, steht nun fest und es kann mit Erstellung der individuellen Prothese begonnen werden. 

Versorgungsablauf

Individuelle Beratung

Hand- und Armprothesenträger werden durch die Medizintechnik in verschiedene Kategorien eingeteilt: 

  • Angeborene Fehlbildungen mit Prothesenunterstützung
  • Durch Trauma bedingte Prothesenträger
  • Krankheitsbedingte Prothesenträger


Jeder unserer Patienten ist individuell und hat eigene Bedürfnisse, die auch an die Prothese gestellt werden. Durch eine genaue und zielgerichtete Patientenanamnese, die sowohl die individuellen Anforderungen als auch die weiteren Umstände genau im Blick behält, können unsere OrthopädietechnikerInnen und Meister Ihnen gezielt das passende Prothesensystem vorstellen.

Hierfür sind maßgebend: 

  • Das bisherige Versorgungsniveau
  • Spezifische Anforderungen an die Handprothese
  • Körpergegebenheiten und Muskelsignale


Nach der grundlegenden Beratung stellen Orthopädietechniker und Meister ein Versorgungskonzept mit Passteilausweil auf. Dabei sind drei Themen von zentraler Bedeutung:

  • Die Passteilauswahl
  • Der Prothesenschaft oder das Endo-Exo-Implantat 
  • Der Prothesenaufbau


Mithilfe des Versorgungskonzepts kann ein Kostenangebot an Privatzahler oder Krankenkasse (mit Rezeptverordnung) erstellt werden.

Die Steuerung von myoelektrischen Handprothesen

Fertigungsprozess Modellerstellung

Kommt es zu einer Kostenübernahme oder Teilkostenübernahme, so kann die Versorgung des Patienten beginnen. Zunächst wird ein Termin für einen Gipsabdruck gemacht, wobei ein Gipsnegativ entsteht. Auch die Maße des Stumpfs werden genommen, um die Prothese passgenau anpassen zu können. Aus diesen beiden Maßnahmen entsteht im Anschluss ein Positivmodell, das zur Herstellung eines sogenannten „Diagnose-Schafts“ dient.

Anproben

Der hergestellte Diagnose-Schaft wird mit der vom Techniker/Meister gewählten Anziehtechnik vom Patienten anprobiert. Die Passform kann durch ein transparentes, thermoplastisches Material kontrolliert werden. Druckstellen lassen sich auch durch Hautverfärbungen leicht erkennen und anpassen. Neben der Passform spielt auch der Halt der Armprothese eine wichtige Rolle. Durch leichte Bewegungen lässt sich kontrollieren, ob die Prothese passgenau sitzt oder ggf. nachgearbeitet werden muss.

Fertigungsprozess Testprothese

Wenn der Schaft nach mehreren Anproben seine richtige Passform erreicht hat oder das Endo-Exo Implantat ausgeheilt ist, werden Schaft/ Endo-Exo-Anschluss und Passteile miteinander verbunden. Dieser Prothesenaufbau kann von Anwender zu Anwender variieren, da Faktoren wie zum Beispiel Körperhaltung und -größe eine wichtige Rolle spielen. Ihr Orthopädietechniker orientiert sich beim Aufbau der Prothese an den Ergebnissen der Untersuchungen, den gegebenen Richtlinien und seiner eigenen Erfahrung. 

Prothesentraining und Ergotherapie als Grundlage einer guten Prothesenversorgung

Ist die Testprothese fertiggestellt, so kommt es zu einer weiteren Anprobe. Hier wird neben einer Prothesen Gebrauchsschulung auch die Länge und Passform der Prothese erneut kontrolliert. Bei Bedarf lassen sich Änderungen und Anpassungen rasch durchführen. Eine ebenso wichtige Rolle spielt auch das Prothesentraining, das gemeinsam mit dem Patienten durchgeführt wird. Das Armprothesentraining dient dabei nicht nur als unterstützende Maßnahme im Prothesenalltag, sondern bereitet Sie auch optimal auf einen intensiven Trainingsalltag bei Ihnen Zuhause vor.

 

Ist die Prothesenversorgung gut, wird Ihnen diese für 2-4 Wochen zur Testung mitgegeben. Dabei sollte die Armprothese oder Handprothese im Alltag möglichst häufig verwendet werden. Gerade bei der myoelektrischen Versorgung findet zusätzlich ein intensives Prothesentraining 2-3 Mal pro Woche statt, um den gezielten Umgang mit der Prothese Schritt für Schritt zu fördern. Dafür arbeiten wir eng mit Ergotherapeuten zusammen, sodass wir bei Bedarf schnell zu geeigneten Stellen vermitteln können.

 

Es ist für Patienten und Therapeuten ausgesprochen wichtig, die Fortschritte immer im Blick zu behalten. Dafür arbeiten wir mit Videodokumentationen, die die Therapie begleiten. Auch gegenüber Kostenträgern kann der Mehrwert der Prothese so belegt werden. Ist die Testphase erfolgreich abgeschlossen, so gehen wir mit dem Patienten zur definitiven Versorgung über.

Service und Kontrolle

Wir bieten unseren Patienten die Möglichkeit eines Prothesentrainings an, das immer angepasst an den individuellen Bedarf stattfindet. Eine Rundum-Betreuung ist uns dabei besonders wichtig, da dies die Grundlage einer guten Vertrauensbasis darstellt und einen erfolgreichen Umgang mit der Prothese sicherstellt. Auch die regelmäßige Kontrolle und Anpassung der Prothese übernehmen wir gern. Je nach Erfahrung im Prothesenumgang ist dafür ein halbjährlicher oder jährlicher Kontrolltermin ratsam.

Ratgeber

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