Transpiration - Ein schweißtreibendes Tabuthema

Das Schwitzen wird allgemeinhin als ekelig angesehen, sodass es ein Tabuthema geworden ist. Doch gerade im heißen Sommer betrifft es uns alle. Warum wir schwitzen und wie viel Schweiß normal ist, erfahren Sie in dem folgenden Artikel.

Ob im Büro, beim Date oder in der Bahn – überall sind wir von schwitzenden Mitmenschen umgeben oder gehören selbst dazu. Es ist uns peinlich, die Schweißflecken sind unansehnlich, man möchte sie am liebsten verstecken und der Geruch ist ebenfalls unangenehm. Auf diesen Gefühlen basiert auch die Tatsache, dass das Schwitzen als ein Tabuthema angesehen wird. Doch wieso schwitzen wir überhaupt und wie kann man einem krankhaften Schwitzen entgegenbeugen? 

Mit der Absonderung des Schweißes werden auch Endprodukte des Stoffwechsels wie Harnstoff oder Ammoniak abgeführt. Des Weiteren sorgt der leicht saure pH-Wert des Schweißes für eine gesunde und ausgeglichene Hautflora, da er das Keimwachstum auf der Hautoberfläche hemmt. Eine weitere, sehr wichtige Funktion des Schwitzens betrifft die Regulation der konstanten Kernkörpertemperatur. 

Die Thermoregulation

Um die Körperkerntemperatur konstant bei etwa 37°C zu halten, wird stetig ein Gleichgewicht zwischen Wärmeabgabe und Wärmeaufnahme bzw. Wärmeproduktion hergestellt. Wenn uns zu warm ist, muss die Wärmeabgabe erhöht werden. Dies passiert über mehrere Wege. Eine Möglichkeit ist, dass durch einen dünnen Schweißfilm auf der Haut die Verdunstungskälte entsteht. Diese Form der Kühlung funktioniert aber nicht, wenn der Schweiß tropft oder in Strömen läuft. Sobald die Außentemperatur 35°C übersteigt, kann uns nur noch das thermoregulatorische Schwitzen Kühlung verschaffen. Hier spricht man vom Schwitzen im eigentlichen Sinne. 

Wieviel Schweiß ist „normal“?

Die Menge schwankt individuell nach Person und Situation. Bei niedrigen Temperaturen und in Ruhe verliert der Mensch zwischen 0,5 und 1 Liter Flüssigkeit. Wer aber bei hohen Außentemperaturen viel körperliche Arbeit leistet, kann am Tag 10 bis 15 Liter verlieren.

Diese große Menge sollte allerdings nicht mit dem krankhaften Schwitzen, der sogenannten Hyperhidrose, gleichgesetzt werden, da sie allein der hohen Temperatur und körperlichen Anstrengung geschuldet ist. Von einer Hyperhidrose (griech.: hyper = über, zu viel; hidros = Schweiß) spricht man, wenn mehr Schweiß produziert wird, als für die Thermoregulierung notwendig ist. Wer also trotz niedriger Außentemperaturen und ohne körperliche Anstrengung viel schwitzt, sollte sich an seinen Arzt wenden.

Woher kommt Hyperhidrose?

Es gibt zwei Hyperhidrosisformen – die primäre und die sekundäre. Bei der primären Hyperhidrosis ist die Ursache nicht bekannt. Hier wird von einer Veranlagung ausgegangen. Bei der sekundären Hyperhidrosis wird das Schwitzen durch etwas Bestimmtes ausgelöst. Dies kann sowohl eine psychische als auch eine körperliche Ursache haben. Auch eine physische Veränderung kann starke Schweißausbrüche verursachen, so zum Beispiel die Wechseljahre bei Frauen. Ebenfalls können bestimmte Substanzen und Medikamente sowie Krankheiten eine Hyperhidrose begünstigen oder gar auslösen.

Was tun gegen Hyperhidrose?

Bei einer emotionalen Hyperhidrose helfen Entspannungsübungen und die Klärung des Stressauslösers. Bei einer temperaturregulierenden Hyperhidrose hingegen helfen Saunagänge und Ausdauersport, um eventuell vorhandenes Übergewicht zu reduzieren. Es gibt allerdings auch ein paar allgemeine und hygienische Maßnahmen, die bei vermehrtem Schwitzen gelten:

  • Kleidung aus Baumwolle, Viskose, Leinen und Wolle bevorzugen
  • Lederschuhe verwenden
  • Genussgifte wie Kaffee, Alkohol, Nikotin und scharfe Gewürze meiden
  • Heiße Speisen und Getränke meiden
  • Axillar- und Genitalhaare regelmäßig entfernen
  • Deodorants großzügig verwenden
  • Gesamte Haut täglich mit Deoseife waschen