Wie Sie Knieverletzungen vorbeugen können

Knieverletzungen treten besonders nach Sportunfällen und durch Verschleiß bedingte Ursachen auf. Oft ziehen diese Verletzungen auch viele Ausfalltage nach sich. Doch was kann man tun, um Knieverletzungen zu vermeiden? Wir verraten es Ihnen.
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Welche Knieverletzungen gibt es?

Knieverletzungen haben verschiedene Ursachen. Dazu zählen klassische Frakturen genauso wie Bänderrisse und Kniescheibenverrenkungen. Die Ursachen können degenerativer oder traumatischer Natur sein. Für Athleten bedeutet eine Knieverletzung meist eine erhebliche Beeinträchtigung und lange Ausfallzeit.

Bei einer Kniescheibenluxation (Verrenkung) springt die Patella, also die Kniescheibe, aus ihrer natürlichen Führung und bewegt sich nach außen. Der vordere Knieschmerz ist ein typisches Symptom dafür. Zumeist springt die Kniescheibe wieder zurück, manchmal bleibt sie aber verrenkt. 

Auch ein Bruch der Patella beziehungsweise der angrenzenden Knochen – wie Oberschenkelknochen (Femur) oder Schienbein (Tibia) – ist mög­lich. Die Fraktur kann durch einen Sturz, Unfälle, schwerwiegende Verdrehungen oder auch direkte Schläge auf den Knochen bedingt sein. Bewegungseinschränkungen, Hämatome und Schmerzen begleiten die Fraktur, sichere Frakturzeichen sind es aber nicht. Eine Achsenfehlstellung, die pathologische Beweglichkeit sowie das fühl- und hörbare Knirschgeräusch, welches durch das Aneinanderreiben von Knochenbruchenden entsteht, sind sichere Frakturzeichen. Im Falle einer offenen Fraktur sind Knochenfragmente sichtbar.
 

Einer der häufigsten Gründe für Knieverletzungen ist die Meniskusläsion. Bei einer Meniskusläsion reißen die 
Menisken, die sich zwischen Oberschenkelknochen und Schienbein befinden. Ihre Aufgabe ist es, Stöße aufzufangen. Sie können durch traumatische Einwirkungen oder durch degenerative (verschleißbedingte) Ursachen reißen. Schmerzen am Kniegelenksspalt und eine eingeschränkte Bewegungsfähigkeit des Kniegelenks zählen zu den Symptomen. Insbesondere junge Menschen erfahren eine traumatisch bedingte Meniskusläsion durch eine Kombination aus einer axialen Belastung und einer Rotationsbewegung. Verschiedene Sportarten wie Fußball oder Handball führen oft zu einer solchen Verletzung. Degenerative Risse der Menisken entstehen vor allem ab dem 40. Lebensjahr. Hier ist keine externe Gewalteinwirkung notwendig.
Die seitlichen Bänder, das Ligamentum collaterale tibiale und das Ligamentum collaterale fibulare, sind häufig sehr starken Belastungen ausgesetzt, da sie seitliche Kräfteeinwirkungen abbremsen. Ein Kreuzbandriss gilt als besonders komplizierte Knieverletzung, da die Heilungschancen ohne einen operativen Eingriff nicht allzu gut stehen. Im Knie befinden sich mehrere Bänder. Sie können durch Fehlbelastungen gereizt werden oder auch durch traumatische Einwirkungen rupturieren oder gezerrt werden. Nach dem Riss schwillt das Knie stark an und ein sichtbares Hämatom entsteht unter der Haut.

Lesen Sie hier, was der international erfahrene Knie-Spezialist Prof. Dr. med. Hanno Steckel über Knieverletzungen und die optimale Prävention zu sagen hat.

Das Kniegelenk schützen: Sieben Tipps

1.    Muskeln aufbauen
Mit gezielten Übungen zur Stärkung der Muskulatur bekommt das Knie mehr Stabilität. Kräftige Muskeln verbessern die Gelenkführung und verhindern so Verletzungen wie Bänderrisse und kleine Blutergüsse, die später zu Knorpelschäden und Arthrose führen können. Die Knochendichte wird durch Muskeltraining ebenfalls gefördert. Untrainierte sollten sich vor allem auf größere Belastungen, wie zum Beispiel einen Skiurlaub oder lange Wanderungen mit steilen Abstiegen, unbedingt mit Kniegymnastik vorbereiten.

2.    In Bewegung bleiben
Durch regelmäßige moderate Bewegung wird der Knorpel im Knie gestärkt. Auch Patienten und Patientinnen, die bereits unter Arthrose leiden, können auf diese Weise ihre Schmerzen verringern. Empfehlenswert sind Nordic Walking, Wandern in nicht zu steilem Gelände, Radfahren und Schwimmen (bei Vorerkrankungen lieber Kraulen statt Brustschwimmen). Joggen dagegen fordert das Knie stark. Wer bereits mit Knieproblemen zu kämpfen hat, sollte eventuell darauf verzichten.

3.    Die Koordination verbessern
Mit Übungen auf wackeligem Untergrund kann das Zusammenspiel von Nervensystem, Muskeln und Gelenken gefördert werden. Das Gehirn ruft Bewegungsabläufe schneller ab. Das Sturzrisiko wird vermindert, und die Gelenke werden besser vor Verletzungen und Verschleiß geschützt. 

4.    Den Knochenaufbau fördern
Für die Knochengesundheit sind Kalzium und Vitamin D wichtig. Besonders viel Kalzium steckt etwa in Hartkäse, Brokkoli, Feldsalat, Fenchel und Grünkohl. Vitamin D liefert fetter Seefisch wie Lachs und Hering. Vor allem aber wird Vitamin D bei Sonneneinstrahlung in der Haut gebildet. Experten empfehlen deshalb, im Winter eventuell zusätzlich Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Es steigert die Aufnahme von Kalzium in den Knochen. Achtung: Magersucht, Bulimie und andere Ernährungsdefizite in jungen Jahren können sich negativ auf die Knochen auswirken. 

5.    Übergewicht vermeiden
Zu viele Kilos sind Gift für die Knie. Vor allem der Knorpel, der im Gelenk als Stoßdämpfer dient, leidet darunter. Den meisten Personen ist nicht bewusst, wie sehr sie ihren Knien durch Übergewicht schaden. Wenn eine junge Frau 120 Kilo wiegt, ist die Arthrose im Knie vorprogrammiert.

6.    Im Alltag die Knie schonen
Schlecht sind Positionen, bei denen die Knie stark gepresst werden – wie etwa ein extremer Schneidersitz. Auch länger knien und in die Hocke gehen sind nicht gut. Dadurch wird die Kniescheibe gegen den Oberschenkel gedrückt, der Knochen wird stark belastet, der Knorpel leidet.

7.    Fehlstellungen operieren lassen
Wer extreme X- oder O-Beine hat, muss eher mit Arthrose rechnen. Der einseitige Druck belastet den Knorpel besonders. Eine starke Ungleichheit sollte eventuell durch eine OP korrigiert werden.

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