Sauerstofftherapie – für eine gesunde Atmung

Rund 20.000 Atemzüge macht ein Mensch pro Tag. Die Atmung versorgt den Organismus mit lebensnotwendigem Sauerstoff. Bewusst und richtig zu atmen, gibt dem Organismus mehr Energie, reguliert den Blutdruck, lindert Verspannungen, regt die Verdauung an und kann von Stress befreien.

Wenn das Ein- und Ausatmen erschwert ist

Eine Sauerstofftherapie basiert immer auf der Verordnung eines Arztes. Dafür gibt es klare Indikationen und meist findet eine Blutgasanalyse durch den Lungenfacharzt oder die -fachärztin statt.

Die Sauerstofftherapie ersetzt nicht etwa die natürliche Atmung, sondern steigert die Sauerstoffversorgung des Betroffenen. Je nach Gesundheitszustand einer Patientin oder eines Patienten unterscheiden sich die Formen einer medizinisch sinnvollen Sauerstofftherapie. Grundsätzlich wird zwischen einer Langzeit- oder einer sogenannten Mehrschrittbehandlung differenziert. Mehrschrittkonzepte umfassen in der Regel mehrere Therapiesitzungen, die sich über einen jeweiligen Zeitraum von circa zwei Stunden erstrecken. Bei der Langzeit-Sauerstofftherapie hingegen werden Erkrankte täglich über 16 bis 24 Stunden mit Sauerstoff versorgt. Eine Langzeit-Sauerstofftherapie kommt bei Menschen infrage, die unter einem chronischen Sauerstoffmangel (Hypoxämie) leiden. Das heißt, in ihrem arteriellen Blut ist zu wenig Sauerstoff an die roten Blutkörperchen gebunden, um die Organe und Zellen des Körpers ausreichend mit diesem lebenswichtigen Element zu versorgen. 

Ursache dafür sind meistens schwere Lungenerkrankungen wie COPD (chronische Bronchitis, Emphysem usw.) oder Lungenfibrose. Chronischer Sauerstoffmangel kann aber auch durch Lähmungen der Atemmuskulatur und Brustkorb-Einengungen, vermehrte Schleimhautproduktion und Entzündungen oder sogar Herz- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursacht werden, etwa Lungenhochdruck oder chronische Herzinsuffizienz. In diesen Fällen ist zusätzlicher Sauerstoff häufig lebensnotwendig.

Gut zu wissen:

Auch nach verschiedenen operativen Eingriffen kann eine kurzfristige Sauerstofftherapie sinnvoll sein – auf diese Weise kann einer Sauerstoffunterversorgung von Gewebe vorgebeugt werden.

Wie macht sich chronischer Sauerstoffmangel bemerkbar?

  • (Tages-)Müdigkeit
  • Zustände von Atemnot
  • Abgeschlagenheit und Erschöpfung
  • Blaufärbung von Haut bzw. Schleimhaut
  • Abfall der körperlichen Leistungsfähigkeit
  • Bei schwerer Unterversorgung führen schon geringe Belastungen zu Luftnot.

Die chronische Hypoxämie mündet zudem in Mechanismen, die den Sauerstoffmangel noch weiter verstärken. Das kann schwerwiegende Folgeerscheinungen an anderen Organen nach sich ziehen: Zum einen pumpt die rechte Herzkammer verstärkt Blut in die Lungenarterien, um den Sauerstoffmangel zu kompensieren. Dies kann einen Lungenhochdruck bewirken und es droht Rechtsherzinsuffizienz. Zum anderen bildet der Körper infolge des chronischen Sauerstoffmangels vermehrt rote Blutkörperchen (medizinisch Polyglobulie). Die übermäßige Zahl an roten Blutkörperchen verschlechtert aber die Fließeigenschaften des Blutes und behindert so zusätzlich den Sauerstofftransport. 

Mit der Langzeit-Sauerstofftherapie sollen diese Mechanismen durchbrochen werden. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit der Betroffenen wieder zu verbessern, indem das Angebot an Sauerstoff in der Lunge erhöht wird und der Sauerstoffpartialdruck im Blut wieder ansteigen kann. Insgesamt steht dann wieder genügend Sauerstoff zur Verfügung und Patientinnen und Patienten gewinnen Lebensqualität zurück.

Wie erfolgt die Sauerstofftherapie?

Bei einer mehrschrittigen Sauerstofftherapie wird ein Betroffener zuvor meist mit Vitaminen und Substanzen zur Gefäßerweiterung versorgt. Auf diese Weise kann die körpereigene Sauerstoffaufnahme erhöht werden. Auch Bewegungstrainings, können den Organismus auf die Sauerstoffaufnahme vorbereiten. Ebenso wie die Mehrschritt-Sauerstofftherapie wird auch eine Langzeit-Sauerstofftherapie hauptsächlich mithilfe einer Maske oder einer speziellen Sonde durchgeführt.

Wer innerhalb der Langzeit-Sauerstofftherapie auf eine täglich mehrstündige Sauerstoffzufuhr angewiesen ist, kann in der Regel mobile oder stationäre Geräte in einem Gesundheits- oder Sanitätshaus erhalten. Die Geräte eignen sich entsprechend der ärztlichen Anordnung für jede Verabreichungsform der Sauerstofftherapie. Zu beachten ist bei der Auswahl eines Geräts, sei es ein stationärer oder ein tragbarer Sauerstoffkonzentrator, immer die verordnete Menge an konzentriertem Sauerstoff in Litern pro Minute, die den Patienten verabreicht werden soll. Diese Angaben können den detaillierten Beschreibungen der Geräte entnommen werden.

Typischerweise kann eine Langzeit-Sauerstofftherapie mithilfe von Konzentratoren oder als Flüssigsauerstoff verabreicht werden, selten kommen noch Stahldruckflaschen bzw. großvolumige Druckgaszylinder zum Einsatz. Verabreicht wird der Sauerstoff über die Nase, wobei es verschiedene Applikationssysteme gibt. Es ist häufig der Fall, dass Patientinnen und Patienten Sauerstoff nachts und über mehrere Stunden am Tag erhalten. Insbesondere die ambulanten Sauerstoffgeräte sind heutzutage klein und leicht und geben den Betroffenen viel Bewegungsfreiheit. Welches System für die individuellen Anforderungen am besten geeignet ist, muss mit dem behandelnden Facharzt oder der behandelnden Fachärztin besprochen werden. Sie sind auch die richtigen Ansprechpartner, wenn es um das Abklären von Risiken und Nebenwirkungen einer derartigen Therapie geht. Eine langfristige Sauerstofftherapie führt bei vielen Betroffenen beispielsweise zu einer Austrocknung der Nasenschleimhäute.

Weiterführende Informationen:

Weiterführende Produktinformationen:

Die nächsten Veranstaltungen

Ratgeber

Meistgelesen