Schlaganfall – jede Minute zählt

Bei einem Schlaganfall (fachsprachlich Apoplex) kommt es zu einem plötzlich einsetzenden Ausfall bestimmter Funktionen des Gehirns infolge einer Durchblutungsstörung oder einer Blutung im Gehirn.

Was ist ein Schlaganfall?

Ein Schlaganfall ist eine plötzlich auftretende Durchblutungsstörung oder eine Blutung im Gehirn. Etwa ein Fünftel der Schlaganfälle sind auf Hirnblutungen zurückzuführen (Apoplexia cerebri). In den meisten Fällen (beim sogenannten ischämischen Schlaganfall) wird ein Blutgefäß im Gehirn durch ein Blutgerinnsel verschlossen. Als Folge des Schlaganfalls kommt es zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff, was schon nach kurzer Zeit zu einem Absterben von Gehirngewebe führt. Rund 70 Prozent der Schlaganfall-Betroffenen leiden an Langzeitfolgen.

Jeder Schlaganfall ist ein Notfall, der umgehend ärztliche Behandlung erfordert. Denn je eher die Blutung oder Durchblutungsstörung gestoppt wird, umso größer sind die Chancen auf Genesung. Umgekehrt gilt: Je länger eine Unterversorgung mit Sauerstoff im Gehirn besteht, desto gravierender können die Folgen eines Schlaganfalls sein. In Deutschland erleiden jedes Jahr fast 270.000 Menschen einen Schlaganfall.

Bei Schlaganfällen wird zwischen drei Schweregraden unterschieden:

  • Leichter Schlaganfall: Verschwinden die Symptome eines Schlaganfalls innerhalb von 24 Stunden wieder, spricht die Medizin von einem leichten (oder kleinen) Schlaganfall und fachsprachlich von einer transitorischen ischämischen Attacke (kurz: TIA). Da ein leichter Schlaganfall als Vorbote eines schweren Schlaganfalls gilt, müssen Betroffene meist dauerhaft blutverdünnende Medikamente einnehmen, um das Risiko eines schweren Schlaganfalls zu reduzieren.
  • Stiller Schlaganfall: Da die Folgen eines Schlaganfalls stark von den betroffenen Arealen im Gehirn abhängen, kann ein Mensch bereits einen völlig symptomlos einen Schlaganfall gehabt haben – oder es gab unspezifische Symptome, die jedoch schon nach kurzer Zeit wieder verschwanden. Auch ein stiller Schlaganfall kann noch nach längerer Zeit mittels CT oder MRT nachgewiesen werden.
  • Schwerer Schlaganfall: Erleidet ein Mensch einen schweren Schlaganfall sind größere und insbesondere auch wichtige Areale des Gehirns von der Durchblutung teilweise oder ganz abgeschnitten. Dadurch kommt es zum Absterben von Gehirnzellen und zu (teils dauerhaften) gravierenden Folgen wie beispielsweise Lähmungen.

Typische Symptome eines (schweren) Schlaganfalls

Ein Schlaganfall führt meist zu mehreren neurologischen Störungen und Ausfällen. Art und Ausprägung dieser Ausfälle können jedoch sehr unterschiedlich ausfallen. Die Spannbreite der möglichen Symptome ist sehr groß. Zu den häufigsten Anzeichen eines Schlaganfalls zählen jedoch akute Lähmungs-, Schwäche- und Taubheitsgefühle auf einer Körperseite. Das äußert sich beispielsweise in herabhängenden Augenlidern oder Mundwinkeln, gelähmten Armen oder eingeschlafenen Füßen. Auch Sehstörungen zählen zu den typischen Symptomen eines Schlaganfalls. Dabei kommt es zu Doppelbildern, einem verringerten Gesichtsfeld und verschwommenem Sehen. Auch eine Erblindung ist möglich.

Die Ausfallerscheinungen treten dabei immer auf der Körperseite auf, für die die betroffenen Bereiche im Gehirn zuständig sind.

Zu den klassischen Symptomen eines Schlaganfalls zählen außerdem:

  • Sprachstörungen
  • Bewusstseins- und Empfindungsstörungen
  • Kopfschmerzen
  • starker Schwindel
  • allgemeines Schwächegefühl

Risikofaktoren: Wer besonders gefährdet ist

Das Risiko für einen Schlaganfall steigt mit zunehmendem Alter. Aber auch junge Menschen können von einem Schlaganfall betroffen sein, wenn auch weitaus seltenere als ältere Personen. Weitere Risikofaktoren sind:

  • genetische Veranlagung
  • Herzkrankheiten, insbesondere Vorhofflimmern und Herzklappenerkrankungen
  • Diabetes mellitus, Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte und Rauchen begünstigen eine Arteriosklerose
  • Übergewicht und mangelnde Bewegung
  • Migräne: Bei einigen Migräneformen ist das Risiko für Schlaganfälle erhöht.
  • zu hoher Alkoholkonsum
  • dauerhafter Stress

Diagnose: Blick ins Gehirn mittels Computertomografie

Jeder Schlaganfall ist ein Notfall. Schon bei Verdacht auf einen Schlaganfall ist sofortige ärztliche Hilfe erforderlich. Schlaganfälle werden zunächst notärztlich und im Krankenhaus seitens von Neurologinnen und Neurologen behandelt. Neben den Vitalfunktionen werden Koordinationsfähigkeit, Berührungsempfindlichkeit sowie Seh- und Sprachfähigkeit geprüft. Eine eindeutige Diagnose ist jedoch nur mithilfe von bildgebenden Verfahren, meist mittels Computertomografie des Kopfes, möglich. Dabei wird erkennbar, ob ein Verschluss von Blutgefäßen oder eine Hirnblutung den Schlaganfall ausgelöst hat. Zusätzlich werden auch die Leistungsfähigkeit und Funktionalität des Herzens untersucht. Darüber hinaus erfordert ein Schlaganfall eine umfassende Untersuchung der Funktions- und Leistungsfähigkeit des Herzens. Außerdem sind Blutuntersuchungen wichtig, um den Verdacht auf einen Schlaganfall näher abzuklären.

Behandlung: Durchblutungsstörung bzw. Einblutung stoppen

Die Behandlung eines Schlaganfalls beginnt immer mit der Akutbehandlung. Hierbei geht es zuerst darum, das Überleben der Betroffenen zu gewährleisten. Die Erstbehandlung besteht daher aus der Kontrolle und Stabilisierung der Vitalfunktionen. Das nächste Ziel ist es, die Sauerstoffunterversorgung des Gehirns so schnell wie möglich zu beenden und somit das Ausmaß der Schädigungen zu begrenzen.

Die weitere Behandlung hängt anschließend von der Schwere des Schlaganfalls, der Art und den spezifischen Symptomen ab. Diese Nachbehandlung, im Rahmen von Rehabilitationsmaßnahmen, ist ein wichtiger Teil der Behandlung.

Rehabilitation

Nach einem überstandenen Schlaganfall ist die Rehabilitation der Betroffenen das primäre Ziel. Das betrifft einerseits körperliche Symptome: Die Beweglichkeit, Muskelkraft, Sprechfähigkeit und ganz allgemein ein selbstständiges Leben sollen wieder ermöglicht werden. Aber auch die emotionale Komponente sollte berücksichtigt werden. Weil ein Schlaganfall oft einen Wendepunkt im Leben markiert, ist es von großer Bedeutung, dass Betroffene auch ihr emotionales Gleichgewicht wiedererlangen.

Weil die Folgeerscheinungen eines Schlaganfalls sehr unterschiedlich ausfallen können, werden Rehabilitationsmaßnahmen in der Regel individuell abgestimmt. Manche Menschen benötigen insbesondere eine Sprachheilbehandlung und Maßnahmen zur Wiederherstellung der Beweglichkeit, andere benötigen Unterstützung dabei, überhaupt mit der neuen Situation (auch beruflich) umgehen zu lernen. Während der Rehabilitationsphase geht es letztlich darum, die Einschränkungen zu begrenzen und trotz verbleibender Einschränkungen so selbstständig wie möglich den Alltag bewältigen zu können, ggf. erforderliche Hilfsmittel kennenzulernen und sie praktisch in das Leben zu integrieren. Das können ein Treppenlift oder Greifhilfen sein, aber auch Hilfsmittel für den Bereich Bad/WC sowie beispielsweise Pflegehilfsmittel, genauso wie verschiedenste Orthesen, ein Rollstuhl oder Elektro-Mobil.

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