Einlagen gegen individuelle Fußprobleme

Einlagen gehören zu denen am häufigsten verordneten medizinischen Hilfsmitteln. Sie dienen dazu, Fußfehlstellungen auszugleichen und Schmerzen beim Gehen zu lindern.

Wann werden orthopädische Einlagen benötigt?

Jeder Fuß hat ein Längs- und ein Quergewölbe. Flacht das Längsgewölbe ab, kommt es zur Entwicklung von Knick-Senkfüßen. Sie werden umgangssprachlich als Plattfüße bezeichnet. Der Fuß kann auf ihn einwirkende Stöße nicht mehr gut abfedern. Beim Spreizfuß ist das Quergewölbe betroffen. Das Gewicht lastet dann übermäßig stark auf den Ballen der drei mittleren Zehen. Die meisten Fußfehlstellungen sind Kombinationen dieser beiden Formen und bilden Knick-Senk-Spreizfüße. 

Diese Veränderung des Fußgewölbes kann genauso wie der weitverbreitete Hallux valgus – eine Abweichung des großen Zehs in Richtung des danebenliegenden zweiten Zehs – durch nicht passendes Schuhwerk entstehen. Besonders zu enge Schuhe und zu hohe Absätze können – werden sie über einen zu langen Zeitraum getragen – schwerwiegende Folgen für die Statik haben und zu einer Verformung der Füße führen. Aber auch verkalkte Sehnenverletzungen führen wie der Hallux zu einer Veränderung des Fußes: z.B. im Fall des Fersensporns. Wird der Fuß nach solch einer Verletzung überbelastet, bildet sich ein Knochenauswuchs an der Ferse, der als Fersensporn bezeichnet wird. 

Besondere Vorsicht bei Übergewicht und Bindegewebsschwäche

Neben falschem Schuhwerk tragen angeborene Bindegewebsschwäche und Übergewicht wesentlich zur Verformung bei. Besonders gefährdet sind zudem die Füße von Diabetikern, deren Blutzucker über lange Zeit nicht angemessen eingestellt werden konnte. Sie leiden als Spätfolge häufig an einem diabetischen Fuß. Bei ihnen dient die Verordnung von Einlagen der Prävention, um der Entwicklung bzw. weiteren Verschlimmerung des Krankheitsbildes vorzubeugen.

Wodurch werden Füße verformt?

  • Angeborene Bindegewebsschwäche
  • Übergewicht
  • Falsches Schuhwerk (zu eng und zu hohe Absätze)
  • Schlecht eingestellter Diabetes
  • Überbelastung nach Verletzungen


Zur Fußgesundheit, der Kräftigung von Bindegewebe und Muskulatur tragen Barfußlaufen und Fußgymnastik entscheidend bei. Über entsprechende Übungsprogramme und die Vermeidung von Fehlbelastungen wissen Krankenkassen und behandelnde Ärzte Bescheid. Die richtige Fußpflege rundet die Vorsorge ab und ist besonders für Zuckerkranke von entscheidender Bedeutung. Leiden Sie allerdings schon an Veränderungen des Fußgewölbes, können Ihnen Einlagen gegen schmerzhafte Auswirkungen wirklich weiterhelfen.

Welche Vorteile bieten Ihnen Einlagen?

Mit orthopädischen Einlagen können Sie Fehlstellungen Ihrer Füße anpassen und trotzdem Ihren Lieblingsschuh tragen. Besonders für Diabetiker bieten Schuheinlagen entscheidende Vorteile. Diabetische Füße sind aufgrund der geschädigten Blut- und Nervenbahnen besonders anfällig für Druckverletzungen, die zu schwerwiegenden Gewebsschädigungen führen können. Hier geht es weniger darum, mit Einlagen eine Fehlstellung zu korrigieren, als den Fuß zu entlasten und zu schützen, indem man ihn weich bettet. 

Seit einigen Jahren geht der Trend bei Einlagen außerdem zu einer aktiven Förderung der Sensomotorik. Darunter versteht man das Zusammenspiel von Sinnesreizen und Bewegungsabläufen. Bei der Behandlung von Spastikern, die aufgrund einer Nervenschädigung an einer zu hohen Muskelspannung leiden, hat man erkannt, dass sich über gezielte Spannung und Entspannung der Fußmuskulatur Schmerzen lindern lassen. Auch Fehlstellungen, die im Zusammenhang mit einem muskulären Ungleichgewicht stehen, können oft abgemildert werden.

Was bringen Ihnen Einlagen?

  • Ausgleich von Fuß- und Beinlängenunterschieden (im Umfang von 0,5–1cm möglich)
  • Ruhigstellung bzw. Entlastung nach operativen Eingriffen
  • Stoßdämpfung bei Fersensporn 
  • Stützen bei schweren Fehlbildungen wie dem Klumpfuß
  • gleichmäßiges Verteilen des Körpergewichts auf den Fuß
  • Linderung von Schmerzen 
  • Schutz vor Druckverletzungen 

Was sollte bei der Verordnung von Einlagen beachtet werden?

So wenig ein Fuß dem anderen gleicht, so wenig sollten Einlagen auf die Schnelle verordnet oder in Eigenregie gekauft werden. Das liegt daran, dass es keinen Sinn macht, den Fuß losgelöst vom übrigen Körper zu betrachten. Der Fuß trägt den ganzen Menschen und bildet eine Einheit mit dem Bein, das wiederum über die Hüfte mit der Wirbelsäule in Verbindung steht.

Schmerzen im Bereich der Füße gehen daher oft mit Knie-, Hüft- und/oder Wirbelsäulenschädigungen einher, sind deren Ursache oder Folge. Ein gewissenhafter Arzt wird daher nicht nur den Fuß untersuchen und nach möglichen weiteren Erkrankungen fragen, sondern auch die Beinachsen- und Beckenstellung betrachten und beurteilen. Einem Patienten mit O-Beinen hilft z.B. die Unterstützung der Innenseite seines Fußlängsgewölbes durch Einlagen nicht. Sie führt vielmehr zum Gegenteil: einer Verstärkung seiner Beschwerden.

Der Arzt prüft also die Achsenstellung und die Beweglichkeit aller am Bewegungsablauf beteiligten Gelenke, untersucht den Fuß in Bezug auf seine Form und Beschaffenheit, schaut, ob und wo sich Hautveränderungen in Form von Druckstellen oder Schwielen zeigen.

Wie werden die orthopädischen Einlagen angepasst?

In der Arztpraxis selbst oder im Sanitätshaus wird eine sog. Trittspuranalyse und/oder elektronische Fußdruckmessung vorgenommen. Die Trittspuranalyse erfolgt in analoger Form: durch einen Fußabdruck mit Stempelfarbe oder in eine Schaumstoffmasse. Bei der elektronischen Fußdruckmessung errechnet ein Computer die Lage der Belastungszonen auf der Fußsohle. Bei sehr komplizierten Fußfehlstellungen wird zusätzlich ein Fußabdruck aus Gips gefertigt, der als Vorlage für die dann anzufertigende Einlage dient.

Die individuelle Herstellung der Schuheinlagen liegt immer in den Händen speziell ausgebildeter Orthopädieschuhmacher oder Orthopädietechniker. Die von ihnen verwendeten Materialien richten sich nach dem jeweiligen Verordnungsgrund bzw. den Bedürfnissen des Trägers. Früher aus Holz kommen heute überwiegend Kunststoffe mit unterschiedlichem Härtegrad, Kork und manchmal auch Edelstahl zum Einsatz. Sie bilden das Innere der Einlagen. Außen werden sie in der Regel mit Leder oder Stoff überzogen.

Sporteinlagen: So sind Sie auch bei Sport angenehm entlastet

Auch spezielle Einlagen beispielsweise für den Gebrauch beim Sport können angefertigt werden. Sporteinlagen sollten dabei leicht und schweißbeständig sein. Kork und Leder eignen sich dafür nicht, da sie zu schnell brüchig werden. Es ist außerdem sinnvoll, die Schuhe, in denen die Einlagen später zum Einsatz kommen, bereits vor der Fertigung mitzubringen. Einlagen können in normalen Schuhen getragen werden, müssen jedoch – ebenso wie an den Fuß – genau an diese angepasst werden.

Erst nach einer vierwöchigen Eingewöhnungsphase, in der die Schuhe mit den Einlagen möglichst regelmäßig genutzt werden sollten, lässt sich beurteilen, ob die Einlagen ihren Zweck tatsächlich erfüllen und nicht etwa zu verstärkten Beschwerden, Druck- oder Scheuerstellen führen. Ihr Arzt wird Sie daher zu einer entsprechenden Nachuntersuchung einbestellen. Auch Sie selbst sollten – gerade zu Anfang – überprüfen, ob entsprechende Veränderungen auftreten. Denn: unpassende Schuheinlagen können mehr schaden als nutzen.

Einlagen nur vom Experten: Lassen Sie sich beraten!

Es ist aus diesem Grund wichtig, dass Sie selbst wissen, warum Sie Einlagen tragen und auf welche Weise sie welche Funktion bei Ihnen erfüllen sollen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt und Ihrem Orthopädieschuhmacher darüber. Kaufen Sie nach Möglichkeit keine Einlagen in bloßer Hoffnung auf Beschwerdelinderung im Internet oder beim Discounter, sondern stattdessen z.B. in einem Sanitätshaus, wo Sie beraten werden können. Kommen Sie gern in eine unserer über 60 Seeger-Filialen, wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Sowohl die Verordnung als auch die Fertigung von Einlagen muss immer individuell gestaltet werden und gehört in fachkundige und erfahrene Hände. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Beschwerden im Bereich der Füße schon längere Zeit und im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen bestehen. Gerade der diabetische Fuß bedarf besonderer Aufmerksamkeit und kann von einer angemessenen und frühzeitigen Einlagenversorgung nachhaltig profitieren.
Lassen Sie sich im Fachhandel auch Pflegehinweise und Empfehlungen für passendes Schuhwerk geben. So sollten Einlagen beispielsweise nicht zum Trocknen auf die Heizung gelegt und nach längerer Tragedauer ausgetauscht werden.

Das bietet Ihnen die Beratung im Sanitätshaus:

  • Erfahrung und Fachwissen
  • Empfehlungen für passendes Schuhwerk
  • Individuelle Anpassung
  • Pflegehinweise zum Produkt

Wer übernimmt die Kosten für die Einlagenversorgung?

Werden die Einlagen als medizinisches Hilfsmittel ärztlich verordnet, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse bis auf den Eigenanteil des Versicherten – in Höhe von maximal zehn Euro pro Paar – die Kosten für jährlich zwei Paar Einlagen.
Die Kostenerstattung umfasst in jedem Fall die jeweiligen Grundmodelle. Sollten die Fertigungskosten aufgrund spezieller Wünsche an Tragekomfort oder Material höher liegen, ohne zugleich medizinisch begründet zu sein, steigt auch der vom Versicherten zu tragende Eigenanteil. Lassen Sie sich daher im Fachhandel über diesen Punkt ebenfalls gezielt beraten und ggf. einen Kostenvoranschlag erstellen.

Weiterführende Informationen unter:
www.netdoktor.de
www.test.de (orthopädische Einlagen)

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