Bandagen – mehr Schutz und Stabilität der Gelenke

Verletzungen an Gelenken oder am Rücken gehen mit Schmerzen und Unbeweglichkeiten einher. Stabile Bandagen reduzieren die Schmerzen, schützen gegen weitere äußere Schädigungen und stabilisieren das betroffene Körperteil.

Was ist eine Bandage?

Elastische Bandagen sind Hilfsmittel, die als Stütze für verschiedene Körperpartien eingesetzt werden, häufig nach einer Verletzung, aber auch vorbeugend im Sport als Sportbandage. Mit dem Gestrick können Körperregionen wie Handgelenk, Rücken oder Ellenbogen verbunden werden. Die Bandagen liegen dabei ähnlich eng an wie Orthesen, sind aber weniger starr und auch nicht so komplex gestaltet wie diese. Sie erlauben einen deutlich größeren Bewegungsspielraum. 

Bandagen gibt sie in unterschiedlichen Größen und vielfältiger Form, die im Groben meist der zu stützenden und schützenden Körperregion entspricht. Eine Kniegelenksbandage bzw. Kniebandage würde nicht passend um ein Ellenbogengelenk schließen, ein Kniegelenk sich selbst mit größter Anstrengung nicht durch eine Ellenbogenbandage bugsieren lassen.

Bandagen – ein Zusammenspiel aus Elastan und Ringfedern

Bandagen bestehen aus unterschiedlichen Materialien, einem sog. Materialmix. Dieser enthält immer Elastan, eine Kunstfaser, die äußerst elastisch und dadurch dehnbar und formstabil ist. Im Gegensatz zu Orthesen, die viel komplizierter und starrer aufgebaut sind, kann man in Bandagen gut hineinschlüpfen.

Je nach Verwendungszweck besteht der andere Anteil des Materials aus Ringfedern oder Stützplättchen. Ringfedern sind kleinste, eingearbeitete Silikonkissen, welche die Haut massieren, die Durchblutung fördern und sowohl Entzündungen, als auch Schwellungen besser abklingen lassen. Die fixierenden Stützplättchen hingegen verwenden Betroffene, wenn sie in erster Linie Körperteil stützen möchten. 

Die meisten Sportbandagen kommen ohne besondere Zusatzfunktionen aus, um ihren Zweck gut zu erfüllen.

Wie wirkt eine Bandage?

Im Wesentlichen erfüllen Bandagen vier Funktionen:

  • Schutz frischer Verletzungen/Wunden  
  • Stabilisierung geschädigter oder sehr stark beanspruchter Gelenke sowie zugehöriger Sehnen, Bänder, Knochen und Muskelgruppen
  • Förderung der Durchblutung durch gezielte Kompression und damit Stärkung des Heilungsprozesses und Schmerz-Reduktion
  • Einsatz als Kältebarriere dank ihrer temperaturregulierenden Wirkung


Sportler schätzen zudem die präventive Wirkung von Bandagen, denn sie können vorsorglich Gelenke vor Überanspruchung schützen und stabilisieren. Empfohlen wird das Tragen von Bandagen insbesondere bei verletzungsgefährdeten Sportarten.

Bandagen – Alle Arten auf einen Blick

Für jede Körperpartie können Sie unterschiedliche Bandagen kaufen, die den Heilungsprozess von Bändern, Sehnen und Muskeln unterstützen und ihre Gelenke bei Bewegungen entlasten. So sind Patienten schnell wieder fit und beweglich – ganz ohne Schmerzen. Diese verschiedenen Bandagen werden unterschieden:

Wann werden Handbandagen und Ellenbogenbandagen eingesetzt?

Handbandagen unterstützen und aktivieren die Muskulatur im Handgelenk durch Druckausübung.
Anwendung:

  • insbesondere bei Sehnenscheidenentzündungen 
  • beim sogenannten Karpaltunnelsyndrom (Hierbei hat ein bestimmter Nerv, der die Hand versorgt, nicht ausreichend Bewegungsfreiheit

 

Ellenbogenbandagen helfen, gereizte Sehnen im Bereich des äußeren Ellenbogens durch eine Ruhigstellung zu entlasten.
Diese Sehnenreizung entsteht typischerweise bei bestimmten Sportarten, daher ihre umgangssprachliche Bezeichnung: Tennisarm. Aber auch Handwerker, die viel Heben müssen und dadurch das Ellenbogengelenk stark belasten, leiden oft darunter.

 

Wie helfen Rückenbandagen?

Rückenbandagen bestehen aus sehr anpassungsfähigem Material und können sogar individuell auf Maß angefertigt werden. Sie helfen bei folgenden Leiden:

  • „Haltungsschwäche“
  • Schmerzhaftem Wirbelsäulenverschleiß
  • Im Rahmen einer Schwangerschaft (hier führen die Gewichtszunahme und die Lockerung des Bindegewebes häufig zu Rückenschmerzen und Schmerzen der Wirbelsäule)
     

Welchen Zweck erfüllen Kniegelenkbandagen und Sprunggelenkbandagen?

Insbesondere nach Operationen kommen die Kniegelenk-Bandagen zum Einsatz, damit sie den Knieschmerz lindern und die Kniescheibe stabilisieren. Auf diese Weise kann das Gelenk die hohen Belastungen aushalten, die das Knie zu tragen hat.

Aber auch im Sport kommen die Bandagen fürs Knie zum Einsatz, um Verletzungen vorzubeugen.

Sprunggelenksbandagen dienen zur Ausheilung von Bänderrissen oder Verstauchungen im Sprunggelenk. Auch sie können vorsorglich getragen werden.

Wie lange sollte ich eine Bandage tragen?

Ob die Verwendung einer Bandage sinnvoll ist, und wie lange sie zu tragen ist, sollte nach Möglichkeit ein Arzt beurteilen und entscheiden.  Der unsachgemäße Gebrauch von Bandagen birgt gewisse Risiken: sie bleiben bestenfalls nutzlos, schlimmstenfalls können sie zusätzlich zu Nervenschädigungen und/oder Durchblutungsstörungen führen.

Tipps: Darauf müssen Sie beim Kauf einer Bandage achten

Lassen Sie sich im Fachhandel zum Kauf gezielt beraten und probieren Sie die Bandage direkt an. Eine gutsitzende Bandage sollte – auch wenn ihre Klettverschlüsse oft zum Gegenteil verführen mögen – nicht zu fest und gleichzeitig glatt anliegen, d.h.

  • kein Engegefühl verursachen,
  • keine Druckstellen bilden,
  • nicht einschneiden
  • keine Falten werfen.

 

Eigenschaften des Bandagen-Materials:

  • atmungsaktiv
  • hoher Tragekomfort
  • keine Staunässe
  • keine Hautreizungen


Es gibt auch Bandagen, deren Material eine gezielt antibakterielle Wirkung hat.

Wer übernimmt die Kosten für die Bandage?

Liegt eine Erkrankung vor, welche die Verordnung einer Bandage als medizinisches Hilfsmittel notwendig macht, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse den Großteil der Kosten. Erkundigen Sie sich am Besten im Vorfeld, in welcher genauen Höhe dies bei ihrer Kasse der Fall ist.

Tipp: Je klarer die Notwendigkeit sowie die Art der Bandage bei der Verordnung begründet wird, desto schneller wird sie von Seiten der Kassen bewilligt. Zudem sollte sie auf einem eigenen Rezept erfolgen, d.h. nicht gemeinsam mit eventuell zusätzlich notwendigen Arznei- und/oder Heilmitteln.

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