Rhizarthrose – Arthrose im Daumensattelgelenk

Eine Rhizarthrose ist eine Arthrose des Daumensattelgelenks und zählt zu den häufigsten Verschleißerkrankungen im Handbereich.

Das Daumensattelgelenk zählt zu den meistbelasteten Gelenken

Arthrosen zählen zu den häufigsten Gelenkerkrankungen. Die Gelenke dienen als Verbindungsstücke zwischen den unbeweglichen Knochen und sind von Knorpelgewebe als Schutz umgeben. Kommt es zu Verschleißerscheinungen dieser Schutzschicht, spricht man von einer Arthrose.

Im Daumensattelgelenk sitzt der erste Mittelhandknochen auf dem großen Vieleckbein, einer von acht Handwurzelknochen. Das Sattelgelenk ist recht klein, aber gleichzeitig eines der am meisten belasteten Gelenke unseres Körpers, da es an allen Greif- und Haltetätigkeiten und somit praktisch an jeder Handbewegung beteiligt ist. Bei einer Rhizarthrose verliert der Knorpel im Sattelgelenk zunächst an Festigkeit und es entstehen Risse im Knorpelgewebe. Im schlimmsten Fall kann der Knorpel nahezu vollständig verschwinden. Wenn Knochen ungeschützt auf Knochen reiben, verursacht das (zuweilen erhebliche) Schmerzen und sowohl Kraft als auch Beweglichkeit sind eingeschränkt. Für Betroffene einer Rhizarthrose heißt das, dass es immer schwerer fällt, Druck und Kraft mit der Hand auszuüben. Bei fortschreitender, unbehandelter Erkrankung sind selbst alltägliche Drehbewegungen (ein Schloss aufschließen) kaum noch möglich. Meist sind beide Daumengelenke von der Rhizarthrose betroffen. Häufig treten die Verschleißerscheinungen auch zusätzlich an weiteren Fingergelenken auf.

Was sind die Ursachen einer Rhizarthrose?

Die Hauptursachen für eine Rhizarthrose sind dauerhafte Fehl- und Überlastungen beispielsweise infolge beruflicher oder auch sportlicher Tätigkeiten. Wie für Arthrose-Erkrankungen typisch steigt das Risiko mit dem Alter. Obwohl folglich meist ältere Menschen von einer Rhizarthrose betroffen sind, kommt sie auch bei Jüngeren vor. Wahrscheinlich spielen auch genetische Veranlagungen und hormonelle Ursachen eine Rolle, da die Erkrankung oft innerhalb von Familien und bei Frauen nach der Menopause auftritt. Aber die Rhizarthrose kann auch infolge einer Fraktur entstehen, wenn ein schlecht geheilter Bruch zu einer übermäßigen Abnutzung des Daumensattelgelenks führt. Zusammengefasst kommt es zu folgenden Symptomen:

  • Schmerzen, vor allem bei Dreh- und Greifbewegungen
  • Druckschmerzen
  • Kraftverlust
  • Bewegungseinschränkungen
  • Gefühl von Instabilität

Wenn es im Gelenk knirscht – Diagnose

Die genannten Symptome und der Krankheitsverlauf geben bereits Hinweise auf eine Rhizarthrose. In der Regel erfolgt eine nähere manuelle Untersuchung des Daumensattelgelenks, wobei insbesondere Druckschmerz auf eine Rhizarthrose hindeutet. Beim sogenannten Grind-Test werden rotierende Bewegungen mit dem Daumen ausgeführt. Treten dabei Schmerzen in Verbindung mit Reibe- oder Mahlgeräuschen auf, spricht das für eine Rhizarthrose. Zur Absicherung der Diagnose wird meist ein Röntgenbild angefertigt, auf dem die typischen Anzeichen für den Gelenkverschleiß sichtbar werden.

Gut zu wissen

Ein Röntgenbefund macht eine Arthrose zwar gut sichtbar, lässt jedoch keine verlässlichen Aussagen auf das Ausmaß der Beschwerden zu. Zuweilen sind trotz starker Symptome kaum Anzeichen einer Rhizarthrose auf dem Röntgenbild sichtbar – und umgekehrt haben manche Betroffene kaum Schmerzen, obwohl sehr deutliche Verschleißerscheinungen beim Röntgen nachgewiesen werden.

Therapie: Schmerzen lindern, Kraft und Beweglichkeit erhalten

Eine Heilung im Sinne einer Wiederherstellung der gesunden Knorpelfläche ist bei Rhizarthrose leider nicht möglich. Es gibt aber mehrere Behandlungsmethoden. Eine Operation ist meist nur bei stark fortgeschrittenem Gelenkverschleiß mit deutlich ausgeprägtem Beschwerdebild erforderlich.

Im Rahmen der konservativen Therapie kommen häufig Rhizarthrose-Orthesen (Daumenschienen) zum Einsatz, die das Gelenk entlasten und so auch zur Schmerzreduzierung beitragen. Die leichtere Ausführung stabilisiert das geschädigte Daumensattelgelenk, ohne die Beweglichkeit der Hand einzuschränken. Bei fortgeschrittener Rhizarthrose kommen stabilere Orthesen zum Einsatz, die dem Sattelgelenk noch mehr Schutz bieten und eine Überstreckung im Daumengrundgelenk verhindern. Diese Orthesen werden zudem auch nach einer Operation zur Ruhigstellung des Gelenks verwendet, dass so besser ausheilen kann. Orthesen und Bandagen sind oft individuell nach Maß gefertigt; oder als 3-D-Druck erhältlich. Begleitend werden schmerz- und entzündungshemmende Medikamente (wie Ibuprofen und Diclofenac oder die moderneren COX-2-Hemmer) aus der Gruppe der nichtsteroidales Antirheumatika (NSAR) gegeben und/oder es wird Kortison direkt in das Gelenk injiziert, um die Entzündung gezielt zu bekämpfen. Wegen ihrer Nebenwirkungen sind diese Medikamente in der Regel jedoch nicht zur Dauertherapie geeignet. Zusätzlich wird meist eine physiotherapeutische Behandlung verordnet.

Grundsätzlich ist das Ziel jeder Behandlung, die Schmerzen zu lindern sowie Kraft und Beweglichkeit der Hand zu erhalten, ihren normalen Gebrauch im Alltag weiterhin zu ermöglichen und einem Muskelabbau entgegenzuwirken (was die Grunderkrankung weiter verschlechtern würde). Im Rahmen einer Physiotherapie erlernen Betroffene spezielle Rhizarthrose-Übungen, die helfen, die Funktionsfähigkeit der Hand zu erhalten. Therapiebegleitend können Kälteanwendungen, Ultraschall- und Elektrotherapie hilfreich sein.

Spezielle Rhizarthrose-Übungen

Physiotherapeutisch angeleitete Rhizarthrose-Übungen sind wichtiger Bestandteil der Therapie. Diese Übungen dienen zudem nicht nur der Behandlung der Rhizarthrose selbst, sie sind auch eine effektive Vorbeugung (beispielsweise für Menschen, die beruflich häufig die gleichen Handbewegungen ausführen müssen). Die Übungen helfen zudem dabei, die Beweglichkeit zu erhalten und ungünstige Gelenkstellungen auszugleichen und so den Druck auf die Gelenke besser zu verteilen.

Eine beliebte Übung ist zum Beispiel das Öffnen der Faust mit anschließender Fingerstreckung: Zunächst wird eine Faust geballt und dann allmählich geöffnet, bis die maximale Streckung der Finger erreicht ist. Diese Position wird einige Sekunden gehalten und die Hand erneut zur Faust geschlossen. Diese Übung wird mehrmals die Woche ausgeführt: jeweils dreimal 15 bis 20 Durchgänge hintereinander mit Pausen zwischen den Übungen.

Tipp: Regelmäßige basische Fingerbäder (zum Beispiel mit Meersalz) sollen den Stoffwechsel und die Entzündungsneigung in den Daumen- und Fingergelenken positiv beeinflussen.

Rhizarthrose-Operation – fast immer ambulant

Eine Operation ist vor allem bei fortgeschrittenen Funktionseinschränkungen des Daumengelenks erforderlich. Dafür stehen unterschiedliche handchirurgische Operationsmethoden zur Verfügung. Vor einer OP sollten jedoch alle konservativen Behandlungsmethoden ausgeschöpft worden sein. Rhizarthrose-OPs werden fast immer ambulant ausgeführt, sie dauern rund 45 Minuten. Meist wird die OP unter Vollnarkose oder mithilfe der Plexus-Anästhesie (der Betäubung nur des Armes) durchgeführt. Postoperativ wird eine Rhizarthrose-Orthese für etwa sechs Wochen getragen, anschließend erfolgt eine mehrwöchige Physiotherapie. Da eine OP an der Hand vorübergehend zu starken Einschränkungen führt, sind Operierte anschließend zunächst arbeitsunfähig: Nach der Operation sind Patientinnen und Patienten, die auch mit einer Hand arbeiten können, für etwa ein bis drei Wochen arbeitsunfähig. Wer beide Hände für die Arbeit braucht, ist bis zu zehn Wochen arbeitsunfähig.

Weiterführende Produktinformationen:

Seeger-Hilfsmittel in unseren Filialen:
https://www.bort.com/de/produktdetail.html?product=215300

Orthesen auf Basis der 3D-Druck-Technologie, ein Erfahrungsbericht:
https://www.rahm.de/erfahrungsbericht-bei-rhizarthrose-rios-rhizspiral/    

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