Sie haben Fragen zur Bizepssehnenentzündung? Wir haben die Antworten auf die häufigsten Anliegen hier für Sie zusammengefasst.
Was ist eine Bizepssehnenentzündung?
Eine Bizepssehnenentzündung, auch Bizepstendinitis oder Tendinitis der Bizepssehne genannt, ist eine schmerzhafte Entzündung der Sehne des Oberarmmuskels. Besonders betroffen ist meist die lange Bizepssehne, die durch eine enge Knochenrinne im Schultergelenk verläuft und dort mechanischer Reibung ausgesetzt ist.
Wie erkenne ich eine Entzündung der Bizepssehne?
Typische Symptome sind Schmerzen im vorderen Schulterbereich, die sich bei Überkopfbewegungen, beim Heben oder bei Drehbewegungen des Unterarms verstärken. Oft besteht auch ein Druckschmerz direkt über der Bizepssehne. Viele Betroffene berichten zudem von Kraftverlust und eingeschränkter Beweglichkeit.
Welche Bewegungen verschlimmern die Schmerzen?
Besonders belastend sind Überkopfbewegungen, das Heben schwerer Gegenstände, die Beugung des Ellenbogens gegen Widerstand und die Drehung des Unterarms nach außen. Auch das Liegen auf der betroffenen Schulter kann schmerzhaft sein.
Muss eine Bizepssehnenentzündung operiert werden?
Nein, in den meisten Fällen nicht. Die Mehrzahl der Bizepssehnenentzündungen lässt sich erfolgreich konservativ behandeln durch Ruhigstellung, Physiotherapie, Schmerzmedikation und ergonomische Anpassungen. Eine Operation wird nur bei Sehnenrissen oder bei chronischen Beschwerden notwendig, die trotz konsequenter konservativer Therapie nicht abklingen.
Wie lange dauert die Heilung?
Die Dauer einer Bizepssehnenentzündung variiert stark. Bei konsequenter Schonung und Therapie können leichte Entzündungen innerhalb weniger Wochen abheilen. Chronische oder ausgeprägte Entzündungen benötigen jedoch oft mehrere Monate. Geduld und Konsequenz in der Therapie sind entscheidend für den Heilungserfolg.
Welche Physiotherapie-Übungen helfen?
Bewährt haben sich Übungen zur Dehnung der Schulter- und Brustmuskulatur, zur Kräftigung der Rotatorenmanschette und zur Stabilisierung des Schulterblatts. Nach Abklingen der akuten Entzündung folgt ein spezifisches Bizepstraining mit schrittweiser Belastungssteigerung. Ein individuelles Übungsprogramm sollte immer mit Physiotherapeut*innen abgestimmt werden.
Welche Sportarten sind besonders riskant?
Sportarten mit häufigen Überkopfbewegungen oder intensiver Armbelastung erhöhen das Risiko für eine Bizepssehnenentzündung. Dazu gehören Tennis, Volleyball, Schwimmen, Gewichtheben, Klettern und Wurfsportarten. Auch bei handwerklichen Tätigkeiten mit Überkopfarbeiten ist Vorsicht geboten.
Wie kann ich einer Entzündung vorbeugen?
Regelmäßige Kräftigung der Schulter- und Bizepsmuskulatur, Training der Schulterblattstabilität, saubere Bewegungstechnik im Sport und Beruf sowie ausreichende Dehnung und Mobilisation schützen die Sehne vor Überlastung. Wichtig ist auch ein langsamer Belastungsaufbau nach Trainingspausen.
Was passiert, wenn die Entzündung chronisch wird?
Unbehandelte oder chronische Bizepssehnenentzündungen können zu dauerhaften Schmerzen, Sehneninstabilität, Kraftverlust im Arm und eingeschränkter Beweglichkeit führen. In seltenen Fällen kann die geschwächte Sehne auch reißen. Deshalb ist eine frühzeitige und konsequente Behandlung wichtig.
Kann die Sehne reißen?
Ja, bei chronischer Entzündung oder plötzlicher starker Überlastung kann die Bizepssehne reißen. Dies äußert sich durch einen plötzlichen stechenden Schmerz, oft begleitet von einem hörbaren Knall. Der Muskelbauch des Bizeps rutscht dann nach unten und bildet eine sichtbare Beule am Oberarm. Ein Sehnenriss erfordert meist eine operative Behandlung.